500.000 Euro für Covid-19-Studie

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Lungenforscher des ILBD/CPC-M

 

In der Studie COMBAT C19IR untersucht ein Team von Wissenschaftlern und Klinikern aus dem Feld der Lungenforschung, Proteomanalyse, Virologie sowie der Medizin- und Bioinformatik die Mechanismen und Komplikationen bei Covid-19-Erkrankungen. Innerhalb dieser internationalen Kollaboration liegt ein Schwerpunkt in München: Anne Hilgendorff und Jürgen Behr, Gruppenleiter am DZL-Standort München (CPC-M) leiten den klinischen Teil.

Das Ziel der Studie: Den Verlauf der Erkrankung vorhersagen und Medizinern Entscheidungshilfen geben. Die Forscher wollen die individuellen Verläufe von Covid-19 verstehen und anhand klinischer Parameter und blutbasierter Biomarker charakterisieren. Das soll eine zielgenaue Therapie und Nachsorge der Patienten ermöglichen.

Mit Modellen der Künstlichen Intelligenz wollen die Forscher Faktoren identifizieren, die den Verlauf und Schweregrad einer SARS-CoV-2 Infektion bestimmen. Dazu kombinieren sie einen einzigartigen Datensatz aus folgenden Einzelteilen:

  • Klinischer Verlauf der Patienten
  • Ko-infizierende Viren und Mikroben, die den Schweregrad beeinflussen
  • Biologische Reaktion des Patienten gemessen durch dessen Blutplasma Proteom

Untersucht wird außerdem, welche biologischen Voraussetzungen einen Patienten zum Risikopatienten machen und welche Rolle bestehende Lungenerkrankungen spielen. Die Patienten werden nach ihrer Entlassung längerfristig begleitet und hinsichtlich ihres Gesundheitszustands überprüft. Die Ergebnisse sollen anschließend mit dem Genesungsverläufen anderer ähnlich symptomatischen Erkrankungen wie Influenza oder Lungenentzündung verglichen werden.

An der Studie beteiligt sind Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität, des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, der Asklepios Fachklinik München-Gauting, der Technischen Universität und der Johns-Hopkins-Universität (USA).

Narges Ahmidi und Benjamin Schubert (Johns Hopkins University/Institute of Computational Biology) sind für die Entwicklung der KI-gestützten Verfahren zur Vorhersage der Genesungsrate zuständig. Li Deng und Stephanie Hauck leiten die Analyse der Virom- und Mikrobiom-Daten sowie der Blutplasma Proteom Daten.